Abi-Feiern: Das Problem ist die Politik

Abi-Feiern in Berlin: Bierball, Park und jedes Jahr das gleiche Chaos

Bierball, Musik, Freunde, voller Park. Ich war letztes Jahr selbst noch dabei: Schulzeit vorbei, raus auf die Wiese, einfach feiern. Genau das ist jetzt wieder passiert – und plötzlich reden wieder alle über „die Jugend“, als wäre das ein neues Problem.

Ja, es gab Müll, ja, es gab einzelne Eskalationen, und ja: Gewalt geht gar nicht. Punkt. Aber dieses reflexhafte Draufhauen auf „die Jugend“ ist einfach zu billig. Diese Abi-Feiern in Berlin passieren jedes Jahr, sie sind komplett vorhersehbar – und trotzdem steht die Politik am Ende wieder da, als hätte sie damit nicht rechnen können.

Fehlende Vorbereitung in Pankow

Ganz ehrlich: Man wusste, dass tausende Leute kommen. Warum gibt es dann nicht genug Mülleimer? Warum keine bessere Vorbereitung, keine klaren Ansagen, keine Infrastruktur? Stattdessen wird hinterher Empörung inszeniert und von „Rücksichtslosigkeit“ gesprochen.

Und genau da wird es absurd: Frau Manuela Anders-Granitzki (CDU) ist seit November 2021 als Bezirksstadträtin unter anderem für das Ordnungsamt, das Straßen- und Grünflächenamt sowie Umwelt und Naturschutz zuständig – also genau für die Bereiche, um die es hier geht. Wer diese Zuständigkeit hat, kann sich nach so einem vorhersehbaren Ereignis nicht einfach hinstellen und überrascht tun.

Politik muss Realität anerkennen

Politik muss sich an die Realität anpassen, nicht andersrum. „Die Jugend“ wird feiern, ob es der Politik passt oder nicht. Wer das ignoriert, macht keine Ordnungspolitik, sondern betreibt Realitätsverweigerung.

Natürlich haben auch die Feiernden Verantwortung. Aber wenn man jedes Jahr die gleiche Situation sehenden Auges entstehen lässt, liegt das Problem eben nicht nur bei ihnen. Wer es besser wissen könnte und nichts tut, trägt am Ende auch Verantwortung. Vielleicht sollte man also aufhören, ständig über „die Jugend“ zu reden – und anfangen, über die eigene Vorbereitung.

P.S. FCK FRB